6. Biedenkopfer Patientenseminar ein riesiger Erfolg

Anlässlich der diesjährigen Herzwochen richtete das DRK-Krankenhaus Biedenkopf am 21. November 2018 in Kooperation mit dem UKGM (Universitätsklinikum Giessen und Marburg) sein 6. Patientenseminar zum Thema „Herz außer Takt – Vorhofflimmern erkennen und behandeln aus“. Herzpatienten und Interessierte kamen von überall her, um sich die spannende Mischung aus Fachvorträgen, Mitmachangeboten und Informationsständen nicht entgehen zu lassen. Der Veranstaltungssaal des SZL (Seniorenzentrum Lahnaue) platzte mit ca. 130 Besuchern quasi aus allen Nähten. „Unser Patientenseminar war die letzten Jahre immer gut besucht, aber mit so einem Ansturm haben wir nicht gerechnet. Wir freuen uns, dass die Veranstaltung so gut angenommen wurde“, so Dr. Alexander Sattler, seit Jahren Hauptinitiator des Patientenseminars gemeinsam mit Prof. Dr. Bernhard Schieffer.

Herz Motor des Körpers
Der Bürgermeister der Stadt Biedenkopf sowie Schirmherr der Veranstaltung Joachim Thiemig war ebenfalls von so viel Resonanz beeindruckt: „ Wir haben gesehen, dass das Thema Herz außer Takt viele Bürger bewegt. Das Herz ist schließlich der Motor unseres Körpers. Wir gehen mit unserem Auto alle zwei Jahre zum TÜV und befolgen alle möglichen Sicherheitsrichtlinien. Da liegt es nahe, dass man auch seinen Körper regelmäßig durchchecken lässt und bestens über ihn informiert ist. Getreu dem Motto: Halte Dein Herz fit, damit es länger für Dich schlägt.“ Vorhofflimmern ist mit ca. 1,8 Millionen Betroffenen in Deutschland eine ernst zu nehmende Erkrankung, die unbemerkt und unbehandelt lebensbedrohlich werden kann.
 
Erstklassige Fachvorträge
Dr. Alexander Sattler, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Notfallmedizin sowie Belegarzt der Inneren Abteilung am DRK-Krankenhaus machte in seinem Vortrag „„Herz außer Takt – Ursachen, Beschwerden und medikamentöse Behandlung des Vorhofflimmerns“ deutlich, dass es bestimmte Risikofaktoren für diese Herzrhythmusstörung gibt, die sich aber unterschiedlich auswirken kann. Manchmal sind es nicht Atemnot und Schmerzen im Brustkorb, die beim Vorhofflimmern einhergehen, sondern unscheinbare Symptome, die ignoriert werden. Vorhofflimmern kann Minuten, Stunden, aber auch Tage anhalten. Die Herzrhythmusstörung muss nicht unbedingt lebensbedrohlich sein, allerdings wird jeder 5. Schlaganfall dadurch ausgelöst. Sattler gab den Zuhörern wichtige Tipps im Umgang mit der Krankheit, angefangen von der Medikation bis hin zur richtigen Ernährung. Es gibt aber auch Fälle, bei denen eine medikamentöse Behandlung nicht mehr ausreicht. Dr. Ulrich Lüsebrink, Leiter der Rhythmologie und Elektrophysiologie des Universitären Herzzentrums Marburg erklärte, welche Alternativen es gibt und, welche Bereiche mit einem Herzkatheter verödet werden können. „Vorhofflimmern ist mittlerweile eine Volkskrankheit geworden. Aus diesem Grund ist es mir wichtig das Thema in der Bevölkerung noch bekannter zu machen und über die Fortschritte in der Kardiologie und die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Ein aufgeklärter Patient kann selbstbestimmt handeln“, so der stellvertretende Direktor der Kardiologie am UKGM in Marburg. Im Anschluss an die Vorträge konnten sich Betroffene mit den beiden Kardiologen austauschen und ihnen detaillierte Fragen stellen.
 
Mitmachangebote
Um kurz nach 16 Uhr gab es für die Besucher die Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen und ihr Wissen rund ums Thema Wiederbelebung aktiv aufzufrischen. Beim DRK Kreisverband Biedenkopf konnte man anhand von Reanimationspuppen testen, was noch vom letzten Erste Hilfe Kurs hängen geblieben ist. Zudem boten Frau Petra Kus, 1. Vorsitzende und Übungsleitung des „Koronarsport Hinterland und Lahntal e.V.“, sowie ihre Herzsportgruppe einen kleinen Einblick in eine Übungsstunde. Unter der richtigen Anleitung stärkt Koronarsport das Herz-Kreislauf-System und verbessert den Gesundheitszustand. Hinzu kommt, dass man unter Gleichgesinnten ist und sich über Ängste und Sorgen austauschen kann.
 
Deutsche Herzstiftung vor Ort
Natürlich durfte an diesem Tag die Deutsche Herzstiftung e. V. nicht fehlen. Diese feiert im nächsten Jahr ihr 40-jähriges Bestehen, hat heute mehr als 100.000 Mitglieder und ist Initiator der Herzwochen. Herr Klaus Dietze, der seit 2012 Beauftragter der Deutschen Herzstiftung ist, klärte am eigenen Infostand über Herzkrankheiten auf. Die Stiftung, deren Schirmherrin Barbara Genscher ist, wurde durch große, bundesweite Aufklärungskampagnen sowie wichtige Forschungsprojekte bekannt.
 
Rundum Sorglos Paket – Zahlreiche Infostände
Ein großes Plus ist, dass die Herzspezialisten beim DRK-Krankenhaus Biedenkopf eng mit den medizinischen Experten angrenzender Fachgebiete zusammen arbeiten. Aber was passiert nach der Behandlung im Krankenhaus? Der DRK Kreisverband Biedenkopf erleichtert vielen Menschen durch die ambulante Pflege, den Menüservice sowie Hausnotruf den Alltag. Hinzu kommen Gesundheitsprogramme, betreutes Reisen und vieles mehr. Vor Ort wurde zudem SOS- in der Dose für 2,50 € verkauft. Der Lions Club Marburg-Elisabeth von Thüringen hatte vor rund zwei Jahren die Idee, eine Dose auf den Markt zu bringen, die die wichtigsten medizinischen Informationen bündelt und im heimischen Kühlschrank aufbewahrt werden kann, so dass Rettungskräfte im Notfall über Unverträglichkeiten, Allergien und Erkrankungen informiert sind und Kontaktdaten des Hausarztes sowie nahestehender Personen direkt parat haben. Der große Unterschied zu vielen anderen Organisationen, die ein ähnliches Produkt anbieten, ist, dass der Gewinn komplett gemeinnützigen Einrichtungen im hiesigen Raum zufließt. Der DRK Kreisverband Biedenkopf e.V. hat vor einigen Wochen 500 Dosen erworben, die für 2,50€ im Eingangsbereich des Krankenhauses verkauft werden. Die „SOS-RETTUNGSdose“ ist geschützt. Die Markenrechte liegen beim Lions Club Hanau Schloss Philippsruhe.